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Die IHK-Sachkundeprüfung zum Zertifizierten Verwalter
Seit der WEG-Reform 2020 haben Wohnungseigentümer nach §26a Wohnungseigentumsgesetz (WEG) einen Anspruch auf die Bestellung eines zertifizierten Verwalters. Seit dem 1. Dezember 2023 können Eigentümergemeinschaften aktiv einfordern, dass ihr Verwalter die Sachkundeprüfung nachweist.
Als zertifizierter Verwalter darf sich bezeichnen, wer vor einer Industrie- und Handelskammer (IHK) durch eine Prüfung nachgewiesen hat, dass er über die für die Tätigkeit als Verwalter notwendigen rechtlichen, kaufmännischen und technischen Kenntnisse verfügt. Die Rechtsgrundlage bildet die Zertifizierter-Verwalter-Prüfungsverordnung (ZertVerwV).
Prüfungsaufbau
Die schriftliche Prüfung besteht aus 50 Multiple-Choice-Fragen, die in 90 Minuten beantwortet werden müssen. Die Fragen verteilen sich auf vier Themenbereiche gemäß der Anlage 1 der ZertVerwV:
Baupläne, Versicherungsarten, Umwelt- und Energiethemen
WEG-Recht, BGB, Grundbuchrecht, MaBV, Heizkostenverordnung
Buchführung, Wirtschaftsplan, Hausgeldabrechnung, Inkasso
Baustoffe, Haustechnik, Baumängel, Verkehrssicherung, Sanierung
Bestehensregeln
Um die Prüfung zu bestehen, müssen in jedem der vier Themenbereiche mindestens 50% der Punkte erreicht werden. Ein schwaches Ergebnis in einem Bereich kann nicht durch ein starkes Ergebnis in einem anderen Bereich ausgeglichen werden.
Schriftliche und mündliche Prüfung
Die schriftliche Sachkundeprüfung umfasst 850 Prüfungsfragen mit insgesamt 80 erreichbaren Punkten. Bei den Multiple-Choice-Fragen können eine oder mehrere Antworten richtig sein.
Zur mündlichen Prüfung wirst du nur zugelassen, wenn du die schriftliche Prüfung bestanden hast. Sie dauert mindestens 15 Minuten pro Prüfling und wird von drei Prüfern abgenommen. Schwerpunkt ist das Wohnungseigentumsrecht (WEG). Die mündliche Prüfung ist praxisorientiert mit Fallbeispielen und Situationsfragen.
Wer muss die Prüfung ablegen?
Grundsätzlich muss jeder, der als Hausverwalter, WEG-Verwalter oder Immobilienverwalter tätig sein möchte, die IHK-Sachkundeprüfung ablegen. Es gibt keine formalen Zulassungsvoraussetzungen — jeder kann sich anmelden, unabhängig von Alter, Ausbildung oder Berufserfahrung. Das macht die Zertifizierung besonders attraktiv für Quereinsteiger.
Befreiung von der Prüfungspflicht
Folgende Personen sind nach §7 ZertVerwV von der Prüfung befreit:
- Volljuristen (Befähigung zum Richteramt)
- Immobilienkaufleute (abgeschlossene Berufsausbildung)
- Kaufleute in der Grundstücks- und Wohnungswirtschaft
- Geprüfte Immobilienfachwirte/-fachwirtinnen
- Hochschulabsolventen mit Schwerpunkt Immobilienwirtschaft
Kosten, Termine und Anmeldung
Die Prüfungsgebühr wird von jeder IHK individuell festgelegt und liegt in der Regel zwischen 140 und 350 Euro. Jede IHK bietet eigene Prüfungstermine an — typischerweise 4 bis 9 Termine pro Jahr. Du kannst die Prüfung bei jeder IHK in Deutschland ablegen. Eine Übersicht aller IHK-Standorte mit Prüfungsgebühren findest du auf unserer IHK-Seite.
Die Anmeldefrist beträgt meist 2 bis 4 Wochen vor dem schriftlichen Prüfungstermin. Beliebte Termine sind oft Monate im Voraus ausgebucht.
Tipps für eine gute Vorbereitung
- 30 Fragen gratis testen: Mit Verwalterpruefung.de kannst du 30 Fragen kostenlos ausprobieren — direkt im Browser, ohne App-Download, keine Kreditkarte nötig.
- Verstehen statt Auswendiglernen: Das WEG-Recht enthält viele Querverweise. Verstehe die Zusammenhänge — z.B. wie Beschlussfassung, Teilungserklärung und ordnungsmäßige Verwaltung zusammenspielen.
- Alle vier Bereiche gleichmäßig vorbereiten: Die 50%-Regel pro Themenbereich ist die größte Hürde. Vernachlässige nicht die technischen oder kaufmännischen Grundlagen.
- Mit prüfungsnahen Fragen üben: Simulationen unter prüfungsähnlichen Bedingungen helfen dir, dein Zeitmanagement zu optimieren und Schwachstellen zu erkennen.
- Vorbereitungszeit realistisch planen: Rechne mit ca. 60 bis 90 Stunden. Bei berufsbegleitender Vorbereitung sind das 4 bis 8 Wochen.
Hinweis: Die Übungsfragen auf Verwalterpruefung.de orientieren sich an den Themenbereichen der ZertVerwV, bilden jedoch nicht die tatsächlichen IHK-Prüfungsfragen ab. Wir können kein bestimmtes Prüfungsergebnis garantieren. Alle Inhalte werden sorgfältig erstellt, Fehler können wir jedoch nicht vollständig ausschließen. Bei Unklarheiten empfehlen wir stets die Rücksprache mit einer IHK oder einem Fachanwalt.
Häufig gestellte Fragen
Was ist ein Zertifizierter Verwalter?
Wer braucht die Zertifizierung?
Gibt es Zulassungsvoraussetzungen?
Wie ist die Prüfung aufgebaut?
Was kostet die Prüfung?
Wie hoch ist die Bestehensquote?
Muss ich einen Vorbereitungskurs besuchen?
Wie oft kann ich die Prüfung wiederholen?
Kann ich mich als Quereinsteiger zertifizieren lassen?
Gibt es eine Weiterbildungspflicht nach der Zertifizierung?
Bereit für die Prüfung?
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